Heinz Rudolf Kunze vollendet im Gaga-Studio in Eidelstedt sein neues Album Protest mit 14 neuen Liedern Hochfloriger weißer Teppichboden in Flokatigestalt schluckt den Schall störender Nebengeräusche hinter dem Mischpult. Heinz Rudolf Kunze sitzt auf einem schwarzen Sofa, sieht dem Produzenten und dem Toningenieur über die Schultern und hört, wie schön das klingt, was an richtigen Tönen übrig bleibt. Dann lehnt er sich gelöst zurück und sagt: Ich bin einfach nur glücklich über alles, was hier passiert. Das heißt: glücklich auch darüber, dass nach vierwöchiger Aufnahme-Session von bis zu zwölf Stunden täglich nun bald ein gelungenes Album namens Protest stehen wird - mit 14 neuen Liedern.Auf der anderen Seite der beiden Glasscheiben, im holzgetäfelten Aufnahmeraum des Gaga-Studios in Eidelstedt, sitzt an diesem traurigen Novembertag der Hamburger Cellist Boris Matchin vor drei Mikrofonen und spielt die Töne, die Kunze so gefallen.
Die Welt, 28.August.2008 Neue Reihe zur Neuen Musik in neuen Räumen VON FRANK KEIL
Es brauchte nur die Bahnfahrt von Hitzacker zurück nach Hamburg und der Pianist und Musiklehrer Bernhard Fograscher hatte mit wenigen Sätzen die Eckpunkte einer neuen musikalischen Reihe kreiert. Denn auf den dortigen Musiktagen war Fograscher als Leiter eines Jugendworkshops über Neue Kammermusik von einer Hamburger Lehrerin angesprochen worden: Warum es nicht für Erwachsene vergleichbare Workshops gäbe, in denen ihnen die Hintergründe und Zusammenhänge der als so schwierig geltenden Neuen Musik zugänglich gemacht würden? Genau das ist nun Ziel der Reihe Sichtweisen - Hörwelten: Ein wichtiger Komponist der Neuen Musik wird anhand ausgewählter Musikstücke vorgestellt dazu gibt es ein begleitendes Gespräch mit einem Gast, der kein Musikwissenschaftler sein muss, eher Experte einer der benachbarten Disziplinen mit wieder eigenen Fragen. Ausrichter der Abende ist Feldtmann kulturell in seinem Haus in der Tesdorpfstraße 13 im Univiertel (...) Es folgt eine Veranstaltung mit Auszügen aus dem Klavierwerk György Ligetis, zu der die Bühnenbildnerin Katrin Nottrodt eingeladen ist. (3. Dezember, 19.30 Uhr) Thema ist hier Ligetis fortlaufende Beschäftigung mit illusionären musikalischen Räumen. Außerdem möchte der Moderator dieses Abends, der Musiker Amadeus Templeton erkunden, wie man es schaffen kann, als Mutter von drei Kindern eine so erfolgreiche Bühnenbildnerin zu werden.(...)Bei Stockhausen wiederum wird der Physiker und Informatiker Hermann Heßling zugegen sein: Ich werde ihn nicht zuletzt fragen, wann die Physik so weit ist, uns alle Zusammenhänge erklären zu können, so Templeton.
Hohe, graue Hauswände, viel Lärm und jede Menge Autos prägen das Bild der Max-Brauer-Allee, kurz bevor sie auf die Palmaille stößt. Niemand würde erwarten, dass sich direkt hinter der weißen Villa Nr. 24 des Musikseminars eine traumhafte Idylle verbirgt. Ein Garten mit hohen Bäumen, üppigen Beeten voll blühender Rosen und Akeleien - und einem der wenigen erhaltenen Gartenpavillons des 19. Jahrhunderts (um 1870). Dieses äußerst ramponierte Schmuckstück wird nun von Jugendlichen restauriert - und wird so Hamburgs kleinstes Denkmal (...) Der Kulturmanager und Cellist Amadeus Templeton hat die nötigen Fördergelder von 10000 Euro bei der Liebelt Stiftung und beim Denkmalschutzamt eingeworben. Er freut sich schon auf zukünftige Konzerte im Kammermusiksaal der weißen Villa. Der wunderschöne Villengarten wird dadurch noch weiter aufgewertet.
18. Oktober 2008, Trittauer Markt Hören und genießen Konzert am 16. Oktober 2008 Gut Basthorst / Enno Freiherr von Ruffin Nathan Quartett Friends Fumiko Shiraga, Amadeus Templeton, Christoph Meyer-Borghardt
Gemeinsam mit dem renomierten Nathan Quartett, das für alle Konzerte engagiert werden konnte, hatte der Hausherr Enno Freiherr von Ruffin in seiner Gutswirtschaft Zum Pferdestall geladen. Mit anhaltendem Applaus dankten die Besucher für die spielfreudig, erstklassige Darbietung aller Musiker. Zum Nathan Quartett Friends gehörten diesmal auch die international bekannte Pianistin Fumiko Shiraga, der Cellist Amadeus Templeton und Christoph Meyer am Kontrabass. (...) Der erste Musikteil bestand aus Franz Schuberts Forellenquintett A-Dur. Nach der Pause folgte das Quintett C-Dur. Eines der bekanntesten Kammermusikwerke ist das Forellenquintett, es zeigt einen Reichtum melodischer und rhythmischer Einfälle. Das lebhaft dynamische Spiel mit heiterem Charakter gestalteten die Streicher mit der Pianistin farbenreich, kraftvoll und harmonisch. Ein weiterer bereichernder Klangkörper in dieser Komposition ist der Einsatz des Kontrabasses. Mit ebenso packender Interpretation überzeugten die Musiker beim nächsten Werk, das in der ungewöhnlichen Besetzung eines zweiten Cellos komponiert wurde. Mit geballter Klangmacht trumpften die Künstler in dem mit ausgeprägter, angenehm klarer Akustik ausgestattetem ehemaligen Pferdestall, der dieser Veranstaltung das ansprechende Ambiente verleiht. (...) .